
Karnevals ABC
A
Alaaf
Nachweislich
wurde das Wort „Alaaf“ erstmals in einer Bittschrift des Fürsten
Metternich im 16. Jahrhundert verwendet. 1733 findet „Alaaf“ erstmals
als Lob- und Trinkspruch im Karneval Verwendung. Alaaf wird entweder drei Mal hintereinander oder in der Kombination "Oche Alaaf!" gerufen, was so viel wie "Aachen über alles!" heißt.
Aschermittwoch
Am
Aschermittwoch ist alles vorbei – zumindest die Karnevals-Session.
Viele der Aachener Karnevalsgesellschaften treffen sich an diesem Tag zum
gemeinsamen Fischessen. Außerdem hat in Aachen am Aschermittwoch die Abschlussmesse in Oecher Platt Tradition. Früher wurde Gläubigen an diesem Tag mit Asche
ein Kreuz auf die Stirn gemalt. Außerdem beginnt am Aschermittwoch die
40-tägige Fastenzeit bis Ostern.
B
Bütt
Mit
„Bütt“ war ursprünglich der Waschzuber gemeint, in dem die dreckige
Wäsche gewaschen wurde. Auch im Karneval dient die „Bütt“ dazu dreckige
Wäsche zu waschen, allerdings eher in verbaler Form. Früher stand für
Bütten-Redner dazu extra eine Art Fass auf der Bühne. Mittlerweile
werden die lustig-ironisch-sarkastischen Reden aber auch häufig
außerhalb eines Fasses vorgetragen.
Börjerwehr
Die "Stadtwache Oecher Börjerwehr" ist eine Institution mit tief verwurzelter Tradition. 1172 wurde erstmals eine Stadtwache in Aachen erwähnt. Über Jahrzehnte hinweg entwickelte
sich die Börjerwehr zu einem jungen aber auch der traditionsbewussten Karnevals-Verein. Durch seine jährlich wechselnden Mottoshows ist die Boerjerwehr im ganzen Rheinland bekannt und erfolgreich.
C
Clown
Der "Lappenclown" zählt auch in Aachen zu den beliebtesten Kostümen im Karneval.
Ein Lappenclown-Kostüm besteht aus zig hundert bunten Stoffresten, die
neben- und übereinander zusammen genäht werden. Zum Kostüm gehört
natürlich auch ein bunt geschminktes Clown-Gesicht.
D
Dreigestirn
Hinter der bezeichnung "Dreigestirn" verbirgt sich kein mehrköpfiges Ungeheuer, sondern das Lichtenbuscher Karnevalstrio bestehend aus Prinz, bauer und Jungfrau. Der Prinz steht dabei im
Mittelpunkt und ist der Held des Karnevals.
E
Elf
Die
11 gilt in Aachen als närrische Zahl. Jede Karnevals-Session wird am
11.11. um 11:11 Uhr eröffnet. Warum ausgerechnet die 11 so große
Bedeutung im Karneval hat, dafür gibt es unterschiedliche Erklärungen.
Manche sehen im Wort „Elf“ die Anfangsbuchstaben des Leitspruchs der
französischen Revolution Egalite, Liberte, Fraternite (Einheit,
Freiheit, Brüderlichkeit).
Eäzezupp
Die Erbsensuppe wird an Karneval traditionell gerne gegessen und wärmt die Jecken beim bunten Treiben auf dem Straßenkarneval.
F
Fastelovvend
Der Aachener Ausdruck „Fastelovvend“ kommt aus dem Niederländischen
(vastenavend oder vasteraovend) und heißt Fastnacht. Fastnacht bedeutet
„Vorabend der Fastenzeit“.
Fettdonnerstag
Anderorts Altweiber genannt, sagen die Aachener zu dem Donnerstag vor Aschermittwoch Fettdonnerstag. An diesem Tag schließen alle Unternehmen, Institutionen und Schulen um 11:11 Uhr und kostümierte Frauen stürmen das Rathaus um den herren die Schlipse zu kürzen. Fettdonnerstag läutet die tollen Tage ein und ist das Herz des Aachener Straßenkarnevals.
Funken
Die Funken stellten einst die Garde für den Prinz Karneval dar. Heutzutage gehört zu den Funken auch das sogenannte
„Funkenmariechen“. Die "Funkemariechen" präsentieren gemeinsam mit dem Tanzoffizier akrobatische
Tanzdarbietungen und sind fester Bestandteil einer Aachener Karnevalssitzung.
G
Gruß
Beim närrischen Gruß wird in Aachen die rechte Hand an den linken Rand der
Narrenkappe geführt. In Verhöhnung des
militärischen Grußes wird dabei auf jekliche "Zackigkeit" verzichtet.
H
Helau
Helau rufen die Narren in Düsseldorf und in mainz. in Aachen wir allerdings "Alaaf" gerufen. Der Ausruf "Helau" stammt vermutlich von dem kirchlichen Jubelruf "Halleluja" oder von dem Gruß "Hallo".
ACHTUNG:
Beim Besuch des Kölner Karnevals auf keinen Fall "Helau" Rufen! Wegen der lang bestehenden Feindschaft zwischen Düsseldorf und Köln könnten sich einige Kölner Narren durch den Ausruf des Düsseldorfer Karnevalsgrußes provoziert fühlen.
I
Insignien
Zu den Insignien des Prinz Karneval gehören das Zepter, die
Fananenfedern und die Prinzenkette.
J
Jeck
Das
Wort „Jeck“ kann sowohl als Adjektiv als auch als Personenbezeichnung
verwendet werden. Während der Karnevalszeit werden alle verkleidet
Feiernden Jecken genannt. Ursprünglich ein Synonym für „verrückt“ oder
„durchgenknallt“ wird „jeck“ heute eher liebevoll in Zusammenhang mit
ausgeprägten individuellen Leidenschaften verwendet.
K
Kamelle
Die
Leckereien, die die Teilnehmer eines Karnevalszuges in die Menge
werfen, werden ganz allgemein als Kamelle bezeichnet. Der Begriff
leitet sich von Karamellbonbon ab, da Karamell früher ein häufig
genutzter Grundstoff für Süßigkeiten war. Heutzutage bestehen die
„Kamelle“ allerdings immer seltener aus Karamell. Statt dessen werden
die unterschiedlichsten Leckereien während der Karnevalszüge unters
Volk gebracht.
M
Muuze
Mutzen
erinnern an die auch außerhalb von Aachen bekannten
„Krapfen“, also frittiertes, süßes Gebäck. Sie sollen in der Karnevalszeit den
kleinen Hunger zwischendurch stillen und die Feiernden mit Energie
versorgen. Sie dienen somit zur Aufrechterhaltung der lebensnotwendigen Körperfunktionen im Aachener Karneval. (Muuzenmandeln =
Nonnevötzje)
N
Narrenkappe
Diese närrische Kopfbedeckung ist wichtiger Bestandteil des Karnevalskostüms eines jeden Aachener Jecken.
Die Kappe verhöhnt die preußischen Gardeuniformen.
Nonnenvötzje
Kleines Schmalzgebäck, das in Aachen neben der Printe und dem Puffel gerne zu Karneval gegessen wird.
O
Orden
Orden werden im Allgemeinen als Zeichen der Anerkennung für besondere Verdienste
verliehen. Karnevalsorden waren ursprünglich dazu gedacht, staatliche und
militärische Orden ins Lächerliche zu ziehen. Häufig wurden auf den Orden Themen aus Politik, Orts-
und Zeitgeschichte grafisch dargestellt. Heute werden auch die
Karnevalsorden wieder als Belohnung für Engagement im Karneval
verstanden.
P
Prinz
Der
Prinz (seine Tollität) ist das Oberhaupt aller Jecken und Narren und
Symbol für den Karneval. In Aachen regiert er während der tollen Tage
zusammen mit Bauer und Jungfrau als „Dreigestirn“. Deren offizielle
Amtszeit beginnt mit der sogenannte Proklamation. Während dem Karneval
hat der Prinz umfangreiche offizielle Verpflichtungen zu erfüllen, die
sowohl viel Zeit als auch einiges an finanziellen Mitteln in Anspruch
nehmen.
Püttsche
Während in Köln "jebützt" wird, gibts in Aachen zu Karneval "Püttsche". Gemeint ist damit das jecke Verteilen von Küsschen.
Puffel
Ein typisches Aachener Karnevals-Gebäck das anderorts auch als "Berliner" bekannt ist. Meist befindet sich in der Mitte eines Puffels ein leckerer Marmeladenkern, es sei denn der Bäcker hat sich einen Scherz erlaubt und ihn stattdessen mit Senf gefüllt. Der Puffel wird unter anderem im Lied „Ich bin der Puffel und Du der
Strick“ besungen.
R
Rosenmontag
Der
Rosenmontag ist in den meisten Karnevals-Hochburgen der Höhepunkt der
Session und wird mit dem Rosenmontagszug zelebriert. Woher genau der
Name „Rosenmontag“ stammt, ist auch bei Karnevals-Kennern umstritten.
Fest steht, dass er jedes Jahr genau 48 Tage vor dem Ostersonntag
stattfindet.
S
Session
Eine Karnevalssession beginnt am 11.11. und endet an Aschermittwoch des folgenden Jahres.
Schunkeln
Einfach links und rechts beim Nachbarn einhaken und sich zum Takt der Musik hin und her wiegen! das Schunkeln gilt als karnevalistischer Volkstanz und funktioniert im Sitzen wie im Stehen. Es fördert das zwischenmenschliche Zusammenkommen indem es Berührungsängste im Keim erstickt.
T
Tröötemann
Auf den Tröötemann werden alle Fehltritte, die sich im Laufe der tollen Tage angesammelt haben, gnadenlos abgewälzt. Um sich gänzlich den Sünden zu entledigen wird er traditionell in der nacht zum Aschermittwoch vor dem Aachener Stadttheater verbrannt.
V
Veilchendienstag
Der
Tag zwischen Rosenmontag und Aschermittwoch wird Veilchendienstag
genannt. Auch an diesem Tag finden in vielen Städten Karnevalszüge
statt. In Aachen wird am Ende des Veilchendienstag der Tröötemann verbrannt,
und mit ihm alle während der Karnevalszeit begangen Sünden und
Verfehlungen. International ist der Veilchendienstag als „Mardi Gras“
bekannt.
W
Weiberfastnacht
Weiberfastnacht
bezeichnet den Donnerstag vor Aschermittwoch, wird in Aachen jedoch Fettdonnerstag genannt.
Z
Zog
„Zog“ ist ein Ausdruck in öcher Platt. Mit ihm wird in Aachen der Karnevalszug bezeichnet, egal an welchem der
tollen Tage er stattfindet. Beim Höhepunkt der Session jubeln die narren zu Ehren des Prinz Karneval laut: "Dr Zog könt"
Quelle: Dirk Chauvistré: Öcher Fastelovvend-Lexikon - Wissenswertes für Auswärtige, Zugereiste und für Narren, die sich weiterbilden wollen.
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